Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (2023)

Sie begleitet dich durch deine gesamte Schulzeit: die Interpretation. Ob Gedicht, Kurzgeschichte oder Drama – in keiner Deutschklausur in der Oberstufe kommst du an ihr vorbei. Wir erklären dir, worauf es in einer guten Interpretation ankommt und warum das Interpretation schreiben gar nicht so schwer ist.

Eine Interpretation schreiben: Gar nicht so schwer

Ob du eine Kurzgeschichte interpretierst, eine Gedichtanalyse, einen Gedichtvergleich oder Charakterisierung schreibst oder einen Sachtext analysierst: Um die Interpretation kommst du nicht herum. Sie ist das Herzstück jeder Deutschklausur und ein absolutes Muss für Deutsch im Abitur. In einer Interpretation zeigst du, dass du den Text in seiner Tiefe verstanden hast, ihn in einen Kontext setzen und einordnen kannst. Wie das genau geht und was in deiner Interpretation auf keinen Fall fehlen darf, haben wir für dich zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Unterschied Analyse und Interpretation
  3. Aufbau
  4. Inhalt
  5. Tipps
  6. Häufige Fragen
  7. Überblick

Definition: Darum geht es in einer Interpretation

Texte stehen niemals für sich, sondern wollen etwas Bestimmtes aussagen. Das gilt für fiktionale, also erdachte Texte, ebenso wie für nicht-fiktionale Texte, zu denen zum Beispiel Zeitungsartikel oder Sachtexte gehören. Um diese Botschaft zum Ausdruck zu bringen, verwenden sie neben dem Inhalt verschiedene Stilmittel, die der Leser oder die Leserin erfassen und in den werkinharenten Zusammenhang setzen soll.

Du kannst dir das wie bei einem Gemälde vorstellen: Es gibt das, was du auf den ersten Blick siehst und das, worauf das, was du siehst, verweist. Diese tiefergehende Bedeutung gilt es, in einer Interpretation herauszuarbeiten. Eine Interpretation ist somit die Auslegung eines Textes in schriftlicher Form. Interpretiert werden sämtliche Aspekte des Textes: Form, Inhalt, Sprache, zeitgeschichtlicher Kontext, biografische Einflüsse des /-r Verfassers /-in. Dabei kann eine Interpretation sich auf ein gesamtes Werk oder einen Textausschnitt beziehen oder auch zwei Werke miteinander vergleichen.

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (1)Wusstest du, dass…

… dir schon der Begriff "Interpretation" verrät, worauf es ankommt? Das Wort leitet sich vom lateinischen "interpretari" ab, was übersetzt "den Mittler machen, auslegen, deuten, verstehen" bedeutet. Kurz gesagt geht es genau darum in einer Interpretation: um auslegen, deuten und verstehen.

Analyse oder Interpretation: Was ist was?

Bevor es darum geht, wie du eine Interpretation schreibst und was du dabei beachten musst, ist es wichtig, die Begriffe "Textanalyse" und "Interpretation" zu erläutern. Beides wird häufig synonym benutzt und gleich gesetzt. Tatsächlich ist damit aber nicht das Gleiche gemeint. Eine Interpretation ist immer in eine Analyse eingebettet, sozusagen ein Teilstück einer Analyse. Die Analyse selbst ist wichtig, damit du überhaupt interpretieren kannst. Sie leistet die ganze Vorarbeit und benennt sämtliche Aspekte, die du in der Interpretation dann zusammenführst und deutest.

Ein Beispiel: Du stellst fest, dass in einem Gedicht an bestimmter Stelle eine Metapher vorkommt. Das ist die Analyse. Im nächsten Schritt erläuterst du diese Metapher, indem du erklärst, wofür sie steht, was sie aussagt und welche Funktion sie im Gedicht hat. Das ist die Interpretation. Analyse und Interpretation hängen untrennbar miteinander zusammen und bedingen sich gegenseitig. Das eine ist ohne das andere nicht möglich oder zumindest nicht vollständig. Das ist auch der Grund, warum sie sprachlich oft gleichgesetzt werden.

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (2)

(Video) Interpretation schreiben | einfach erklärt

Aufbau: Das gehört in eine Interpretation

Eine Interpretation zu schreiben, ist aufwendige Textarbeit. Du tauchst dabei in die Tiefe eines Textes ein und musst echte Detailarbeit leisten. Gleichzeitig darfst du nie den Text als Ganzes aus dem Blick verlieren. Das ist anstrengend, mit einer klaren Gliederung aber gut machbar. Denn bei einer Interpretation geht es nicht darum, wild drauf loszuschreiben. Vielmehr folgst du einer vorgegebenen Schablone, die du lediglich nachzeichnen und auf die entsprechende Textsorte anpassen musst.

Da eine Interpretation nicht für sich steht, sondern in eine komplette Textanalyse eingebunden ist, haben wir dir zur besseren Einordnung nochmal den gesamten Aufbau einer Analyse zusammengestellt. Sie besteht immer aus

  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss

Der Großteil der Interpretation findet im Hauptteil statt. Damit du dorthin kommst, benötigst du aber einiges an Vorarbeit. Das bedeutet, dass du gewisse Aspekte abarbeiten musst. Das ist in jeder Analyse gleich, egal, welche Textart du bearbeiten sollst.

Einleitung

Die Einleitung einer schriftlichen Textanalyse lässt sich vergleichsweise schnell abarbeiten. Folge hier dem Akronym TATTE:

  • Textsorte
  • Autor
  • Titel
  • Thema
  • Erscheinungsjahr

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (3)Das Thema ist nicht gleich der Inhalt. Der Inhalt ist die Handlung, das Thema das, worauf Inhalt und Form verweisen. Solltest du das Thema nicht direkt erfasst haben (was ohne ausführliche Analyse und Interpretation des Textes durchaus passieren kann), lass hier zunächst eine Leerstelle und ergänze das Thema erst, wenn du mit deiner Interpretation durch bist und du dir das Thema erschlossen hast.

Je nach Textsorte bietet es sich in der Einleitung außerdem an, den Text in seinen zeitgeschichtlichen Kontext oder ihn, etwa bei einem Textauszug, in das Gesamtwerk einzuordnen und darauf hinzuweisen, was davor und was danach geschieht. Insgesamt ist die Einleitung der kürzeste Teil der Analyse, in dem es zunächst erstmal um eine allgemeine Einordnung geht.

Hauptteil

Der Hauptteil ist der ausführlichste Teil deiner Analyse. In ihm findet auch die Interpretation statt. Wie bereits erwähnt ist sie eng mit der Analyse verknüpft.

Unabhängig davon, ob du ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder einen Dramentext analysieren sollst, sollte der Hauptteil immer folgende Aspekte beinhalten:

  • Inhaltsangabe: Darin fasst du kurz in eigenen Worten den Inhalt zusammen. Mache dir dabei immer bewusst, dass du die Zusammenfassung für jemanden schreibst, der den zu interpretierenden Text nicht gelesen hat und gib wirklich nur das Wichtigste wieder.
  • Analyse von Form und Inhalt: Hier zerlegst du den Text in seine Bestandteile. Dabei gehst du vom Äußeren zum Inneren, vom Offensichtlichen zum Verborgenen. Beginne mit der äußeren Form des Textes. Je nach Textsorte bedeutet das: Wie viele Strophen und Verse hat das Gedicht? Welche Erzählperspektive hat die Kurzgeschichte? Wie ist die Figurenkonstellation im Dramenauszug? Auch Aspekte wie die Überschrift, sprachliche Auffälligkeiten oder die Interpunktion solltest du dir angucken. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die rhetorischen Mittel. Sie sind essentiell für eine Textanalyse, weil du mit ihrer Interpretation in die Tiefe des Textes eintauchst.
  • Interpretation: Literarische Texte sind Kunstformen und auch bei einem Zeitungsartikel oder Sachtext kannst du dir sicher sein, dass kein Wort dem Zufall überlassen wurde. Das bedeutet: Du musst herausfinden, was dahinter steckt und interpretieren, was all die Aspekte, die du herausgefunden hast, aussagen und wie Form und Inhalt zusammenhängen.

Schluss

Der Schluss ist eine kurze Zusammenfassung deiner Ergebnisse. Ergänzend kannst du hier noch eine Einordnung des Werkes vornehmen, beispielsweise bezüglich seiner Rolle in der entsprechenden Literaturepoche oder der Aktualität seiner Kernaussage.

(Video) So schreibst du eine gute Interpretation

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (4)

Inhalt: Was bedeutet interpretieren?

Es ist sehr gut, wenn du formale Auffälligkeiten wie das Erzählverhalten oder sprachliche Stilmittel wie eine Metapher erkennen und benennen kannst. Für eine Interpretation reicht das aber nicht aus. Hier musst du einen Schritt weiter gehen und den entsprechenden Aspekt erläutern und mit dem Werk in Zusammenhang setzen.

An der ersten Strophe des Gedichts "Willkommen und Abschied" von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1789 zeigen wir dir beispielhaft, was damit gemeint ist. Das Liebesgedicht stammt aus der Sturm-und-Drang-Phase des Dichters.

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht;

Der Abend wiegte schon die Erde
Und an den Bergen hing die Nacht
Schon stand im Nebelkleid die Eiche
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis in dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

In dem Gedicht beschreibt das lyrische Ich den nächtlichen Weg zu seiner Geliebten, die es nur heimlich treffen kann. Analytisch konzentrieren wir uns beispielhaft auf einige sprachliche Stilmittel. Um diese interpretieren zu können, solltest du zunächst darauf aufmerksam machen, dass Goethe durch den Gebrauch von Metaphern und Personifikationen das Geschehen sehr bildhaft beschreibt. Diese allgemeine Feststellung kannst du dahingehend erweitern, dass sich die bildhafte Sprache in dieser ersten Strophe auf die Natur bezieht (V. 3-8).

Im nächsten Schritt wirst du dann konkreter: Der Bezug zur Natur wird schon in Vers 3 mit der Personifikation "Der Abend wiegte schon die Erde" zum Ausdruck gebracht. Damit ist der analytische Teil erfüllt: Du benennst, um welches sprachliche Mittel es sich handelt und belegst es mit der entsprechenden Versangabe. Jetzt wird es Zeit für die Interpretation. Diese kannst du zum Beispiel so formulieren:

Mit diesem Stilmittel verweist Goethe auf die Tageszeit, zu der das Gedicht spielt. Der Abend wiegt die Erde, also auch die Landschaft, die das lyrische Ich bei seinem Ritt durchqueren muss und die in den nächsten Versen (Berge, V. 4; Eiche, V.5) näher beschrieben wird, in den Schlaf. Dies vermittelt zunächst eine sanfte und harmonische Atmosphäre, da "wiegen" eine ruhige, liebevolle Tätigkeit ist, die hauptsächlich von Eltern bei ihrem Baby ausgeführt wird. Das feststellende Adverb "schon" deutet aber an, das es für das lyrische Ich höchste Zeit wird aufzubrechen und unterstützt die Aufregung und Eile, die bereits in Vers 1 mit dem Ausruf und sehr lebhaften Einstieg in das Gedicht "Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!" getätigt wurde.

Damit hast du die Personifikation in Vers 3 interpretiert und direkt in einen Zusammenhang gesetzt.

Weitere Interpretation

Du könntest jetzt wie folgt weiter in deiner Interpretation vorgehen: Mit der Metapher "Und an den Bergen hing die Nacht" (V. 4) (=Analyse) findet eine Steigerung des zuvor erwähnten Abends zur Nacht statt. Dieses sprachliche Bild drückt aus, dass es Nacht wird und die Berge bereits von der Dunkelheit umgeben sind. Damit deutet der Verfasser das Heranziehen einer unheimlichen Stimmung an (= Interpretation). Diese unheimliche Stimmung wird in den folgenden Versen der ersten Strophe weiter ausgebaut (= Feststellung /Analyse). Die Metapher "Schon stand im Nebelkleid die Eiche" (V.5) (= Analyse) sagt aus, dass die Bäume komplett von dichtem Nebel umhüllt sind. Nächtlicher Nebel hat etwas Gruseliges, Bedrohliches. Der neuerliche Gebrauch des Adverbs "schon" verweist zudem darauf, dass der Nebel sehr schnell aufgezogen ist und das lyrische Ich überrascht hat (=Interpretation).

(Video) Interpretationsaufsatz - Wie geht man vor? Gliederung, Aufbau, Tipps & Schritte einfach erklärt

In Vers 6 verwandeln Nebel und Nacht die eingehüllte Eiche in einen "aufgetürmten Riesen". Diese Metapher ist zugleich eine Hyperbel (=Analyse), die dem nächtlichen Szenario etwas Gefährliches verleiht und nochmals betont, wie dunkel und undurchsichtig der Ritt des lyrischen Ichs ist (=Interpretation). Die letzten beiden Verse der Strophe machen aus der Nacht dann etwas Monströses, wie die Personifikation der Finsternis ( "Wo Finsternis aus dem Gesträuche mit hundert schwarzen Augen sah", V.7-8) zeigt (=Analyse). Die Dunkelheit ist Zeuge des nächtlichen Ausritts des lyrischen Ichs, das sich verfolgt und unwohl fühlt (=Interpretation). Gleichzeitig schwingt vor allem durch die Hyperbel "mit hundert schwarzen Augen" (V.8) (=Analyse) die Angst des lyrischen Ichs mit, entdeckt oder beobachtet zu werden, woraus man schließen kann, dass es sich um einen heimlichen Ausritt handelt. Das legt auch die Tatsache nahe, dass das lyrische Ich sich nachts auf den Weg macht und der Angst trotzt, die diese unheimliche, bedrohliche Atmosphäre in ihm auslöst. Das lyrische Ich muss also einen guten Grund für seinen nächtlichen Ausritt haben, den der/die Leser /-in in dieser ersten Strophe aber noch nicht erfährt. Die sprachliche Steigerung von Grusel bis Gefahr kann als wachsende Angst des lyrischen Ichs gedeutet werden (=Interpretation).

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (5)Vergiss nicht, alle deine Ausführungen mit den entsprechenden Textstellen zu belegen, also mit Vers- oder Zeilenangaben zu versehen. Nur so kannst du nachvollziehbar und auf Textbasis arbeiten.

An diesem Beispiel kannst du sehen, wie eng Analyse und Interpretation zusammenhängen. Im analytischen Teil geht es um das Benennen inhaltlicher und formaler Auffälligkeiten, wie hier das Benennen und Belegen von Metaphern und Personifikationen. Da das nicht ausreichend ist, um den Text zu erfassen, schließt sich direkt die Interpretation an, in der du sagst, was diese sprachlichen Bilder bedeuten und welche Wirkung sie auf den/die Leser /-in haben. Die zentrale Frage, der du dabei nachgehen solltest, ist immer "Was bedeutet das?".

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (6)Beachte, dass es sich bei unserem Beispiel um keine vollständige Interpretation handelt. Es bezieht sich lediglich auf einige sprachliche Mittel und zeigt, wie du interpretieren könntest. In deiner Deutschklausur gibt es noch viele weitere Aspekte, auf die du eingehen solltest, etwa das Reimschema, die Kadenzen oder das Metrum. Zudem könntest du hier bereits auf typische Stilmittel des Sturm und Drang verweisen. Falls ihr das Thema im Unterricht behandelt habt, könntest du das Gedicht später auch in Goethes Biografie einordnen.

Tipps für deine Interpretation

Wenn du dich an die bisher genannten Aspekte hältst und diese nacheinander abarbeitest, hast du schon einen großen Teil zu einer gelungenen Analyse geschafft. Denn gehst du nach diesem Schema vor, bekommt dein Text nicht nur eine lesbare und klare Struktur (die auch in die Bewertung mit eingeht). Du kannst dir sicher sein, dass du die wichtigsten Aspekte auf jeden Fall berücksichtigt hast.

Grundsätzlich gilt: Du kannst nicht jedes kleine Detail aufgreifen. Deine Interpretation kann daher niemals vollständig sein. Da jede Interpretation andere Schwerpunkte setzt und Interpretationen immer auch eine intuitive und individuelle Sache sind, ist das auch gar nicht möglich. Hinzu kommt, dass es dadurch nicht die eine richtige Lösung gibt. Es gibt immer mehrere Interpretations- und Deutungsansätze. Solange diese nachvollziehbar auf Basis des Textes begründet sind, ist das völlig in Ordnung. Mache dir bewusst, dass die Interpretation in einem bestimmten Rahmen geschieht, beispielsweise in Bezug auf die Biografie des Verfassers oder auf die Epoche, aus der das Werk stammt. Dadurch werden dir viele Interpretationsansätze schon vorgegeben. Die konkreten Ausführungen und Details können sich dann von denen deiner Mitschüler /-innen unterscheiden.

Darüber hinaus kannst du dir das Schreiben einer Interpretation mit folgenden Tipps erleichtern:

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (7)

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(Video) Analyse- und Interpretationsschritte - Filme interpretieren | alpha Lernen erklärt Deutsch

Eine Interpretation schreiben: So gehst du es an (8)Gerade bei Gedichten oder Dramenauszügen kann es passieren, dass du den Text beim ersten Lesen nicht verstehst. Keine Panik! Das ist überhaupt nicht schlimm. Deswegen ist eine Textanalyse so ausgelegt, dass du vom Äußeren zum Inneren vorgehst, du also erst die offensichtlichen Aspekte wie zum Beispiel Strophen- und Verszahl, Reimschema und Metrum benennst und den Inhalt zusammenfasst und erst dann in die Detailarbeit einsteigst.

Wichtige Fragen

Welche Texte kann man interpretieren?

Interpretieren kannst du alle fiktionalen Texte und damit sämtliche literarischen Texte, die dir in Epik, Lyrik und Dramatik begegnen. Dazu gehören unter anderem Kurzgeschichten, Romane, Novellen, Fabeln, Märchen, Gedichte aller Art, Balladen und Dramentexte. Aber auch nicht-fiktionale Texte wie Sachtexte, Zeitungsartikel oder Reden lassen sich interpretieren. Da es bei der Interpretation darum geht, die Botschaft eines Textes zu erfassen, kannst du jeden Text interpretieren, der eine tiefer liegende Aussageabsicht hat.

Wie macht man eine Interpretation?

Die Interpretation ist eingebunden in eine komplette Analyse. Diese folgt mit Einleitung, Hauptteil und Schluss einem festgelegten Aufbau. Auch welche Punkte du im jeweiligen Textabschnitt abarbeiten solltest, ist vorgegeben. Der Großteil der Interpretation findet im Hauptteil statt. Darin analysierst du sämtliche sprachliche, inhaltliche und formale Besonderheiten eines Textes, zeigst auf, wie sie miteinander zusammenhängen und legst ihre Aussageabsicht da.

In welcher Zeit schreibe ich eine Interpretation?

Eine Interpretation schreibst du immer im Präsens. Das gilt auch dann, wenn der Text, den du interpretieren sollst, in der Vergangenheit verfasst ist.

Interpretation schreiben auf einen Blick

  • Die Interpretation ist das Herzstück deiner Textanalyse.
  • Sie ist Bestandteil eines zusammenhängendes und strukturierten Aufsatzes.
  • In einer Interpretation geht es darum, einen Text zu deuten und seine Botschaft zu verstehen.
  • In einer Interpretation musst du das Zusammenspiel von Form und Inhalt aufzeigen.
  • Du schreibst eine Interpretation immer im Präsens.
  • Verlasse dich beim Interpretieren auch auf deine Assoziationen.
  • Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Solange du nachvollziehbar und mit entsprechenden Belegen auf Textbasis argumentierst, sind mehrere Interpretationsansätze möglich.

FAQs

Wie schreibt man eine sehr gute Interpretation? ›

5 wichtige Tipps für eine gute Interpretation
  1. Thema und Fragestellung beachten.
  2. Text gründlich lesen, auf besondere sprachliche Mittel des Autors achten und Stichworte machen.
  3. Eigene Aussagen/Behauptungen immer mit Zitaten belegen.
14 Feb 2020

Wie schreibt man eine Einleitung für eine Interpretation? ›

Die Deutungshypothese ist die Kernaussage Deiner Deutung, die dann im Folgenden belegt werden soll. Schreibe also, wie Du den Text verstehst, also was der Autor Deiner Meinung nach damit aussagen möchte, und weise darauf hin, dass Du diese Hypothese im Folgenden belegen wirst (mithilfe von passenden Textstellen).

In welcher Zeit schreibe ich eine Interpretation? ›

Grundsätzlich sollten Sie dafür im Präsens schreiben, da dies als normative Grundlage für solche Arbeiten gilt. Der Grund ist hierfür, dass die entsprechende Arbeit weder eine Nacherzählung noch konnotativ bewertet sein soll.

Was ist das Ziel einer Interpretation? ›

Interpretation ist die Erarbeitung der Gesamtbedeutung eines (meist literarischen) Textes. Die Arbeitsweise ist dabei die des Analysierens, indem an einen Text systematisch Fragen gestellt werden, die zu einem besseren und nachprüfbaren Verständnis führen.

Wie geht eine Interpretation? ›

In einer Interpretation geht es darum, einen Text zu deuten und seine Botschaft zu verstehen. In einer Interpretation musst du das Zusammenspiel von Form und Inhalt aufzeigen. Du schreibst eine Interpretation immer im Präsens. Verlasse dich beim Interpretieren auch auf deine Assoziationen.

Ist jede Interpretation richtig? ›

Jede Interpretation ist subjektiv, keine kann wissenschaftlich aufgeschlüsselt und bewießen werden, denn jede Textstelle ist nur ein Indiz. Und weil demnach keiner weiß, ob eine Auslegung richtig ist, hat keiner das Recht, eine als richtig anzusehen.

Wie kann man interpretieren üben? ›

Analysieren und Interpretieren kann man lernen!
...
Merke
  1. Schreibe sachlich und objektiv.
  2. Schreibe klar und präzise. Benutze gegebenenfalls Fachbegriffe.
  3. Nutze eine abwechslungsreiche Wortwahl und variiere den Satzbau.
  4. Achte auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik.
  5. Schreibe den Text immer im Präsens.
25 Oct 2017

Was ist die Interpretation These? ›

Die I-These bringt die zentrale Deutung eines literarischen Textes durch einen Interpreten auf den Punkt. Sie stellt in argumentativer Hinsicht einen Begründungsbedarf her, der in einem Interpretationsaufsatz (oder auch einem Diskussionsbeitrag) erfüllt werden kann.

Wie schreibe ich eine gute Einleitung Beispiel? ›

Wie schreibe ich eine Einleitung?
  1. Aufmerksamkeit der Leser erregen.
  2. Erläutern, warum der Text überhaupt geschrieben wurde.
  3. Erklären, auf welche Weise der Text zur Lösung des Problems beiträgt.
  4. Ziel des Textes erläutern.
8 Feb 2017

Wie schreibt man eine gute Einleitung Beispiel? ›

Vorstellung des Themas

Präsentiere das Thema deiner Hausarbeit zu Beginn deiner Einleitung. Ordne das Thema in einen größeren Zusammenhang ein und mache den Bezug zu deinem Fachbereich deutlich. Begründe, warum dein Thema relevant ist, indem du dir Fragen stellst, wie: Warum ist dein Thema wichtig?

Wie fange ich eine Einleitung an Beispiel? ›

Deine Einleitung sollte die folgenden Kriterien erfüllen:
  1. in dein Thema einführen,
  2. dein Ziel vorstellen,
  3. die Lesenden neugierig machen,
  4. die Relevanz beschreiben und.
  5. deine Vorgehensweise erläutern.
10 Jul 2018

Wie ist der Text aufgebaut? ›

Die äußere Gliederung des Textes in Überschrift und Absätze betrachten. In längeren Texten bilden oft mehrere Absätze je einen Abschnitt, der durch eine Zwischenüberschrift oder eine Leerzeile vom vorangegangenen Teil abgegrenzt wird. Den Text in Einleitung - Hauptteil - Schlussteil gliedern.

Wie fängt man den Hauptteil einer Interpretation an? ›

Einleitung
  1. Autor, Titel.
  2. Textart/ Textgattung (Artikel, Aufsatz..)
  3. Benennung der Hauptpersonen.
  4. Entstehungszeit.
  5. kurze und klare Zusammenfassung der Textstelle.
  6. Andeutung einer ersten Hypothese.
8 Nov 2022

Was heißt interpretieren auf Deutsch? ›

Interpretation (lateinisch interpretatio „Auslegung, Übersetzung, Erklärung“) bedeutet im allgemeinen Sinne das Verstehen oder die subjektiv als plausibel angesehene Deutung von etwas Gegebenem oder wenigstens von etwas Vorhandenem.

Was falsch interpretieren? ›

(die) falsche(n) Schlüsse ziehen (aus) · falsch auffassen · falsch verstehen · missdeuten · missinterpretieren · missverstehen ● in den falschen Hals kriegen ugs.

Ist analysieren und interpretieren das gleiche? ›

Einen Text zu analysieren, bedeutet, die wichtigsten Merkmale zu erkennen, zu benennen und im Anschluss zu interpretieren. Interpretieren heißt, den Text zu deuten. Mithilfe einer Interpretation lässt sich herausarbeiten, was ein Text aussagt und welche Absicht die Autorin bzw. der Autor verfolgt.

Wie schreibt man eine Interpretation zu einer Kurzgeschichte? ›

Die Interpretation: die Einleitung

Beginne mit einer Inhaltsangabe. Nenne im Einleitungssatz Textsorte, Titel, Autor, Erscheinungsjahr, Hauptpersonen und Thema der Kurzgeschichte. Fasse den Inhalt der Kurzgeschichte kurz und in den wesentlichen Handlungsschritten zusammen. Schreibe in der Zeitform Präsens.

Was gehört in eine Interpretation einer Kurzgeschichte? ›

Interpretation Kurzgeschichte – Einleitung

Titel: Wie heißt die Erzählung? Autor: Wer hat die Geschichte geschrieben? Entstehungszeitpunkt: Wann wurde die Geschichte geschrieben oder veröffentlicht? Thema: Welches Problem oder Thema liegt der Handlung zugrunde?

Wie fange ich eine Analyse an? ›

Die Einleitung
  1. Titel.
  2. Name des Autors.
  3. Erscheinungsjahr.
  4. Textsorte.
  5. Thema des Sachtextes (in 1 oder 2 Sätzen)
  6. (zeitliche Einordnung des Sachtextes)
  7. (Zusammenfassung der Kernaussage)

Wie fange ich eine Deutungshypothese an? ›

Die Interpretationshypothese formulierst du immer in der Einleitung deiner Analyse. Sie gibt dabei die grobe Richtung vor. Im Hauptteil deiner Analyse bzw. Interpretation untersuchst du, ob sie auch tatsächlich zutrifft.

Was gehört nicht in die Einleitung? ›

Sie sollten Ihre Einleitung stets im Präsens formulieren und möglichst sachlich schreiben. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu knappe Informationen geben, aber auch nicht zu viel vorwegnehmen. Eine vorgezogene Interpretation gehört zum Beispiel nicht in eine Einleitung.

Wie lange soll die Einleitung sein? ›

Wie lang sollte eine Einleitung sein? Die Länge der Einleitung hängt von der gesamten Länge der Arbeit ab. Grundsätzlich sollte die Einleitung etwa 5-15 % des Textumfangs ausmachen.

Was gehört in die Motivation? ›

Die Motivation gehört zu deiner Problemstellung.
...
Generell gibt es drei verschiedene Arten von Gründen:
  • Eine persönliche Erfahrung, die zu dem Problem geführt hat.
  • Ein aktuelles Ereignis im Zusammenhang mit dem Problem.
  • Ein Ereignis bei der Firma, für die du das Problem untersuchst.
12 Apr 2017

Wie macht man eine spannende Einleitung? ›

Das „Regelwerk“:
  1. Mache klar, worum es geht. Beantworte so viele W-Fragen wie möglich und nötig. ...
  2. Überrasche den Leser. Auch gewöhnliche Dinge kann man ungewöhnlich darstellen. ...
  3. Werde konkret. Abstrakte Informationen sind unattraktiv. ...
  4. Vorsicht, Zahlen! Journalisten lieben Zahlen, besonders in Überschrift und Einleitung.
1 Jan 2014

Was kommt in Einleitung Hauptteil Schluss? ›

Wie ist eine Erörterung aufgebaut?
  • In der Einleitung gibst du deinem Leser alle wichtigen Informationen über das Thema deiner Erörterung.
  • Der Hauptteil ist dafür da, um deine Argumente darzustellen. ...
  • Ganz am Ende fasst du das Wichtigste noch einmal im Schluss zusammen.

Wie schreibe ich einen guten Schluss? ›

Funktion und Umfang des Schlusses

Einleitung und Schluss bilden die Klammer, in der die inhaltliche Arbeit steht. Als abschließende Klammer sollte sich der Schluss auf die Einleitung beziehen. Der Schluss sollte daher auf jeden Fall die in der Einleitung aufgeworfene Fragestellung beantworten.

Welche Einleitung geht am schnellsten? ›

Die Kombination aus Foley-Katheter und Misoprostol war sowohl bei Erstgebärenden als auch bei Multipara die schnellste Methode.

Wie viele Sätze muss eine Einleitung haben? ›

Die Einleitung selbst sollte nur aus wenigen Sätzen bestehen. Diese sollten die wichtigsten Informationen zum Thema enthalten und den Lesenden einen guten ersten Eindruck verschaffen.

Was ist das Hauptteil? ›

Der Hauptteil nimmt den größten Teil deiner Erzählung ein. Er enthält auch den Höhepunkt deiner Geschichte. Die Merkmale des Hauptteils sind: Im Hauptteil wird der Kern der Geschichte erzählt, nämlich das, was passiert.

Wie lernt man Text? ›

Den Text auswendiglernen
  1. Lies den Text, wann immer du die Möglichkeit hast. ...
  2. Beachte, dass du vor der ersten Probe noch nicht zu viel Bedeutung und Betonung in den Text hineinlegst. ...
  3. Lerne mit einem Partner/einer Partnerin, welche/r die anderen Rollen spricht.

Was schreibt man in den Schluss einer Analyse? ›

Der Schlussteil soll die Analyseergebnisse und die Interpretation in wenigen Sätzen zusammenfassen. Der Schluss kann auch eine eigene Wertung enthalten. Diese Wertung sollte sachlich formuliert werden.

Wie beginnt man einen Text über sich selbst? ›

Das ist der beste Einstieg in deinen Über-mich-Text: Hol deine Leser*innen erst einmal ab. Hier eine mögliche Formel: Ich bin (Name) und ich helfe (deiner speziellen Zielgruppe), (Ziel zu erreichen), damit sie (Traum leben können).

Was muss alles in eine Interpretation einer Kurzgeschichte? ›

Autor: Wer hat die Geschichte geschrieben? Entstehungszeitpunkt: Wann wurde die Geschichte geschrieben oder veröffentlicht? Thema: Welches Problem oder Thema liegt der Handlung zugrunde? Deutungshypothese: Was ist die Kernaussage der Kurzgeschichte?

Was macht eine gute Analyse aus? ›

Eine gute Textanalyse führt zu einer detaillierten Betrachtung der Beziehung der verschiedenen Bestandteile zueinander. Dies ermöglicht es dir, dich kritisch mit dem Text und der dahinterliegenden Intention auseinanderzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Analyse und einer Interpretation? ›

Einen Text zu analysieren, bedeutet, die wichtigsten Merkmale zu erkennen, zu benennen und im Anschluss zu interpretieren. Interpretieren heißt, den Text zu deuten. Mithilfe einer Interpretation lässt sich herausarbeiten, was ein Text aussagt und welche Absicht die Autorin bzw. der Autor verfolgt.

Kann man lernen zu interpretieren? ›

Analysieren und Interpretieren kann man lernen! Wir können dir hier zwar kein Grundrezept geben, mit dem dir jede Auseinandersetzung mit dem Text gelingt. Aber wenn du unsere Tipps befolgst und einübst, dann steht einer guten Analyse und Interpretation nichts mehr im Weg.

Wie schreibt man den Schluss einer Interpretation einer Kurzgeschichte? ›

Im Schlussteil der Analyse schreibst du eine zusammenfassende Beurteilung des Textes und stellst die Absicht des Autors dar. Erläutere, was dieser mit seiner Geschichte erreichen möchte und welche Botschaft er dem Leser zu überbringen versucht. Du solltest auch deine persönliche Meinung zum Text formulieren.

Wie schreibt man eine Einleitung einer Kurzgeschichte Beispiel? ›

Das gehört in die Einleitung

Ein klassischer Einleitungssatz beginnt beispielsweise so: "Die Kurzgeschichte 'Das Brot' von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1947 handelt von..." Entscheidend ist, dass du das Thema nicht mit der Handlung gleichsetzt. Die Handlung meint das Geschehen in der Geschichte.

Wie interpretiert man ein Gespräch? ›

Zum Gespräch zwischen … und …
...
Dialoganalyse schreiben – Inhaltsangabe
  1. Figuren: Wer spricht? Was ist ihr Verhältnis zueinander? ...
  2. Kontext: Wann und wo findet das Gespräch statt? Wieso findet das Gespräch statt? ...
  3. Inhalt: Was ist das Thema des Gesprächs? Wie verläuft das Gespräch?
24 Nov 2021

Was bedeutet analysieren und interpretieren? ›

einer interpretation liegt eine ausführliche analyse zugrunde. das heißt, um etwas zu interpretieren, musst du es vorher analysiert haben (Sprache, Inhalt, Form etc.) Eine Analyse ist quasi die ausführliche, erläuternde Form der Auseinandersetzung mit dem Text. Du stellst inhaltliche, formale Aspekte etc.

Wie starte ich eine Analyse? ›

Analyse und Erörterung haben immer eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. In den Einleitungssatz gehören der Autor, die Quelle (sprich: der Text, der dir vorgelegt wurde), die Textart und das Thema. Dann steigst du mit einer kurzen Einführung ein: Welche Problemstellung behandelt der Text?

Wie kann ein Text aufgebaut sein? ›

Die äußere Gliederung des Textes in Überschrift und Absätze betrachten. In längeren Texten bilden oft mehrere Absätze je einen Abschnitt, der durch eine Zwischenüberschrift oder eine Leerzeile vom vorangegangenen Teil abgegrenzt wird. Den Text in Einleitung - Hauptteil - Schlussteil gliedern.

Wie interpretiert man einen Textauszug? ›

Sie bestehen häufig nur aus einer einzigen Anweisung, wie zum Beispiel: „Interpretiere. “
...
In der Einleitung muss zu finden sein:
  1. Name des Autors.
  2. Name des Werks.
  3. Einordnung der Textstelle.
  4. kurze und klare Zusammenfassung der Textstelle.
  5. Andeutung einer ersten Hypothese.

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1. Texte analysieren
(Französisch - simpleclub)
2. Epik-Analyse: Interpretation literarischer (epischer) Texte - Vorgehensweise, Aufbau & Tipps
(Die Merkhilfe)
3. Wie schreibe ich eine Gedichtanalyse / Gedichtinterpretation? - Linear & Aspektorientiert 1
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Author: Geoffrey Lueilwitz

Last Updated: 01/28/2023

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Name: Geoffrey Lueilwitz

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Introduction: My name is Geoffrey Lueilwitz, I am a zealous, encouraging, sparkling, enchanting, graceful, faithful, nice person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.